Friedrich Wilhelm August Fröbel gilt als der Begründer des Kindergartens. Der Leitgedanke seiner Pädagogik beruht auf der Selbsttätigkeit und Selbstbestimmung des Kindes. Eine ganzheitliche Erziehung mit Platz für soziales, musisches, manuelles, schöpferisches und kognitives Lernen und Tun, war für Fröbel ein Grundprinzip.

Fröbel war der Überzeugung, dass das „Greifen“ vor dem „Begreifen“ kommt, und das „Anfassen“ vor dem „Erfassen“. Deshalb soll in seiner Erziehungsarbeit nicht vorgeschrieben, bestimmt oder eingegriffen werden, sondern angeleitet. Der Erzieher ist Partner des Kindes, Beobachter und Organisator. Kinder sollen als Persönlichkeiten wahrgenommen werden, denen mit Hilfe des Spiels die Welt der Erwachsenen näher gebracht wird.

Fröbels Sicht auf die Bildung des Kindes umfasst Entwicklung von Verantwortlichkeit und sozialem Verhalten, die ästhetische Erziehung, Denkentwicklung, Geschicklichkeit und die körperliche Tüchtigkeit. Kinder sollen die nötige Zeit und Ruhe für ihre Entwicklung erhalten.

Der Kindergarten im Fröbelschen Sinne ist Ergänzung zur Familienerziehung mit dem Auftrag der Gemeinschaftserziehung.

„Kinder sind wie Blumen, man muss sich tief zu ihnen hinunterbeugen, um sie zu verstehen.“

Fröbel gab in seiner Erziehung keine Ratschläge, sondern meinte, der Erwachsene müsste dem Kind ein gutes Beispiel sein.
Kinder sollten die Möglichkeit haben, sich selbst Spiele zu suchen.

Das Spiel steht im Mittelpunkt des pädagogischen Ansatzes Friedrich Fröbels. Die Entwicklung des Kindes soll durch Spieltätigkeit und Spielmaterialien angeregt werden.

Er entwickelte die „Spielgaben“. Dies sind flächige, körperartige und punktförmige Materialien wie Bausteine, Legetäfelchen, Muggelsteine usw., die er in drei Darstellungsweisen gliedert – Lebens-, Schönheits-, und Erkenntnisformen.

  1. Spielgabe – der Ball
  2. Spielgabe – Kugel, Würfel und Walze
  3. Spielgabe – der nach allen Richtungen hin einmal geteilte Würfel, bestehend aus acht Teilwürfeln
  4. Spielgabe – der viermal vertikal geteilte Würfel, bestehend aus acht Ziegelsteinen
  5. Spielgabe – der zweimal nach allen Richtungen hin geteilte Würfel, bestehend aus 21 Würfeln und 18 Prismen. Letztere
    wurden durch schräge Schnitte in sechs Würfel gewonnen
  6. Spielgabe – 18 Ziegelsteine, 12 halbe Ziegel, gewonnen aus der Querteilung des Ziegels und sechs halbe Ziegel, gewonnen aus der Längsteilung des Ziegels

Fröbels Spielgaben stellen ein pädagogisches Mittel dar, um die Eigentätigkeit selbst schon bei kleinen Kindern heraus zu fordern. Sein mathematisch – naturwissenschaftliches Weltverständnis hat Fröbel in Spielhandlungen mit den Materialien „übersetzt“, die beim Kind ein Verständnis für Körper und Flächen anbahnen.